Ditip-Moschee in Köln

Ditib nährt Islamismus in Deutschland

Die Ditib ist in Deutschland ein eingetragener Verein und bildet den Dachverband von fast 900 Moscheevereinen. Ditip untersteht jedoch zugleich dem türkischen Amt für Religionsangelegenheiten Diyanet, das wiederum direkt dem türkischen Ministerpräsidenten in Ankara unterstellt ist. Nahezu alle Imame der Ditib-Gemeinden – derzeit sind es rund 1 000 – werden aus der Türkei entsandt und vom Diyanet bezahlt. An den Entscheidungen der Vereine und Landesverbände sind sie beteiligt. Die Mitglieder des Ditib-Vorstandes werden von einem Beirat vorgeschlagen, dem der Präsident des Diyanet vorsteht und zu dem überdies fünf Religionsattachés türkischer Konsulate in Deutschland gehören. »Mehr Steuerung türkischer Auslandsgemeinden durch den türkischen Staat ist kaum denkbar«, befand Joachim Wagner in der Welt zu Recht.

„Rollback“ in den Ditib-Gemeinden

Seit Erdogan an der Macht ist, sieht Herbert L. Müller, Leiter der Abteilung Internationaler Extremismus beim Verfassungsschutz in Baden-Württemberg, ein „Rollback“ in den Ditib-Gemeinden. In Moscheen, deren Imame von Ankara ausgebildet, ausgewählt und bezahlt werden, wehe heute ein „anderer Wind“ als früher.

Die aus der Türkei entsandten Vorbeter vertreten einen orthodox-sunnitischen Islam. Predigten der Ditib-Moscheen stärken dessen Absolutheitsanspruch, wie die AKP ihn versteht.

Österreich geht mit seinem neuen Islamgesetz einen anderen Weg. Dort hat der erste Imam das Land verlassen, weil er aus dem Ausland finanziert wurde und im Auftrag der türkischen Regierung gearbeitet habe. Die Ausländerbehörde verlängerte sein Visum nicht. Diese De-facto-Ausweisung droht weiteren 64 Vorbetern.
Mit dem neuen Gesetz will Wien Extremismus bekämpfen und Regeln für einen Islam europäischer Prägung aufstellen. Ein Modell auch für Deutschland?

Auch über die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), eine Lobbyorganisation der AKP in Europa, baut die türkische Regierung ihren Einfluss auf die in Deutschland lebenden Türkischstämmigen aus.
Die Einflussnahme der türkischen Regierung auf die Türkischstämmigen in Deutschland hat bedrohliche Ausmaße angenommen – vor allem für jene Türken, die es nicht mit Erdoğan und seiner AKP halten.

Weiterlesen:

  • Alex Feuerherdt – JungleWorld 01.09.2016
    Erdogans Pegida
    Die türkische Regierung verstärkt ihren Einfluss in Deutschland und den Druck auf hier lebende Türken und Deutschtürken immer mehr. Vor allem der Dachverband der Moscheevereine und die Union Europäisch-Türkischer Demokraten spielen dabei eine unrühmliche Rolle.
  • Joachim Wagner – Die Welt 24.04.2016:
    So nähren Erdogans Prediger Islamismus in Deutschland
    Die von der Türkei gelenkte Ditib vertritt 900 Moscheevereine in Deutschland und gibt sich gemäßigt – obwohl immer wieder islamistische Umtriebe auffallen. Österreich fährt einen härteren Kurs.
  • Die Welt 18.07.2016
    Schon Siebenjährige fasten konsequent im Ramadan
    Eigentlich müssen Grundschüler im Ramadan nicht fasten. Dennoch haben dieses Jahr so viele auf Essen und Trinken verzichtet wie nie. Die Nachfragen besorgter Lehrer bei den Behörden häufen sich.
  • Die Welt 11.02.2016
    Das sind die deutschen Treibhäuser des Terrors
    Viele Islamisten kommen aus den gleichen Stadtvierteln in Brüssel und Paris. Ein Zeichen der gescheiterten Integration? Auch in Deutschland ist der islamische Fundamentalismus kein Randphänomen.

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