Motivwagen auf dem Weg nach nach Köeln

Ein Jahr danach: Mörder noch immer auf der Flucht

Charlie Hebdo -Sonderausgabe 2016-01Vater-Sohn-heiligerGeistEin Verriss der „gesegneten Ärsche“ der Religionen

Gott als Mörder. Ein blutverschmierter Gott mit Maschinengewehr rennt über das Titelbild. Mit beißender Religionskritik erschien die Sonderausgabe von „Charlie Hebdo“ zum Jahrestag des Mordanschlags.

Je suis charlie
Cover 2015 nach dem Anschlag

Ein Jahr nach dem islamistischen Anschlag auf ihre Redaktion hatte die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ am Mittwoch eine Sonderausgabe mit provokativer Titelseite herausgebracht. Der Mann auf dem aktuellen Cover ist nicht der Prophet Mohammed, der auf dem Cover nach dem Anschlag ein Schild hielt, auf dem der inzwischen berühmte, solidarische Slogan des Ereignisses stand: Je suis Charlie. Die Zeile lautete damals: „Tout est pardonné“ – alles ist vergeben. Diesmal ist es Gott, der da wegrennt – stellvertretend für alle Religionen.

Charlie Hebdo -Sonderausgabe 2016-01
Cover 01-2016

Die aktuelle Ausgabe 2016 ist ein offensives journalistisches Statement, eine Hommage an die ermordete Gründerriege der Wochenzeitung, ein Bekenntnis zur Trennung von Kirche und Staat, ein Plädoyer für uneingeschränkte Meinungsfreiheit.

Zottelbärtig, die Augen irrlichternd aufgerissen, auf dem struppigen Haarschopf ein Symbol der Dreifaltigkeit, der Kittel mit Blutspuren bedeckt und über der Schulter eine Kalaschnikow: Gott als flüchtiger Terrorist – mit dieser Titelzeichnung erscheint die Ausgabe.

(…)

Ein Verriss der „gesegneten Ärsche“ der Religionen

KlausStuttmann_Sonderausgabe_BGIn dieser Tradition steht der Titel von Herausgeber Laurent Sourisseua, Spitzname Riss, der bei dem Anschlag am 7. Januar am Arm verletzt wurde. Der Chefredakteur nimmt sich in seinem Leitartikel die geistigen Drahtzieher des Attentates vor: „Fanatiker,
stumpfsinnig gemacht durch den Koran“, schreibt er und verreißt zugleich die „gesegneten Ärsche anderer Religionen.“ Auch sie hätten Charlie Hebdo den Untergang gewünscht: „Weil wir es wagten, uns über den Glauben lustig zu machen.“ [Spiegel]

weitere Blog-Beiträge zu den Schlagworten Islamkritik, Laizismus, Religionskritik, Satire, SekularitätWeltreligionen

 

Charb und CabuDen 47-jährigen Chefredakteur Stéphane Charbonnier (links), der unter dem Namen „Charb“ veröffentlichte, töten sie ebenso wie den Mitbegründer der Zeitschrift, den Zeichner Jean Cabut, bekannt als „Cabu“.

Wolinski und TignousAuch die Zeichner Georges Wolinksi (links) und Bernard Verlhac, der unter dem Künstlernamen „Tignous“ veröffentlichte, sterben. Das bestätigen die Ermittler einige Stunden später. | Bildquelle: dpa

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