Seyran Ates

Leben wir in einer säkularen Welt?

Fragen an Seyran Ates: Die deutsche Rechtsanwältin und Autorin gibt Antworten auf Fragen wie: Kann Säkularität gelingen? Und warum ist die Organisation „Islamistischer Staat“ bei Jugendlichen so erfolgreich?

zur Person Seyran Ates:

Religion muss außerhalb der Politik bleiben
Für Seyran Ates ist Sekularität die Lösung

Seyran Ates, Tochter von Migranten der ersten Generation, kämpft an vorderster Front gegen Zwangsheirat und Ehrenmorde, für Frauenrechte und Integration. Die Juristin glaubt, dass wir nur einen Weltfrieden bekommen, wenn Frieden zwischen den Religionen herrscht. Sie ist der Meinung, dass die Politik sich mehr mit dem Thema Religion befassen muss.

Ates wurde am 20. April 1963 in Istanbul geboren, der Vater war Kurde, die Mutter Türkin. 1969 folgte sie ihren Eltern nach Berlin-Wedding, „Gastarbeiter“, so nannte man ihre Eltern. Weder Türken noch Deutsche wollten damals, dass diese Gäste hier heimisch werden. Sie wuchs in einem islamisch-orthodoxen Elternhaus mit drei Brüdern und einer Schwester auf.Bereits mit 15 wollte Ates Anwältin werden, da sie für Familie und Nachbarschaft durch Übersetzungen von Behördenschreiben und Korrespondenzen früh mit dem deutschen Recht konfrontiert wurde. Mit 17 Jahren lief sie von zu Hause fort, um sich der repressiven Erziehung zu entziehen. Sie lebte fortan in Wohngemeinschaften.Ihr Jura-Studium absolvierte Ates an der FU Berlin, nebenher arbeitete sie zu Beginn ihres Studiums in einem Kreuzberger Frauenladen, der Migrantinnen in allen Lebenslagen Hilfe anbot. Im Sept. 1984 erschoss ein muslimischer Türke, vermutlich aus dem Umfeld der nationalistischen „Grauen Wölfe“, eine Frau, die zur Beratung gekommen war. Durch einen weiteren Schuss wurde Ates lebensgefährlich am Hals verletzt. Sie hatte sechs Jahre mit den Folgen des Attentates zu kämpfen und schloss erst 1997 ihr Studium mit dem zweiten Staatsexamen ab. In ihrer 2003 veröffentlichten Autobiografie „Große Reise ins Feuer“ schildert sie neben ihrem Weg aus traditionellen Verhältnissen zu einem selbstbestimmten Leben auch das Attentat und die anschließende Zeit voller Todesangst.
  • Quelle: 3sat-Homepage
  • Buch von Frau Ates: „Der Multikulti-Irrtum“
    Seyran Ateş vertritt unbequeme Positionen: „Multikulti, so wie es bisher gelebt wurde, ist organisierte Verantwortungslosigkeit.“ In diesem Buch führt sie aus, wie eine verfehlte Integrationspolitik und eine als Toleranz verkleidete Gleichgültigkeit zu Parallelgesellschaften, Gettoisierung und Gewalt geführt haben. Und sie erläutert, wie es gelingen kann, die Migranten langfristig in unsere Gesellschaft einzubinden. Wer in Deutschland lebt, so die Autorin, muss sich an die Werte unserer Gesellschaft halten. Nur so kann Deutschland ein Einwanderungsland im besten Sinne werden.Der Multikulti-Irrtum – Ullstein, 2007 – ISBN: 3-550-08694-6

siehe auch:

 

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