Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Bildung und Religion

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BdWi 3/2013

Anachronistische Privilegien in der Diskussion
Die Religionsfreiheit des Grundgesetzes garantiert auch die Freiheit, sich keiner Religion zuzuwenden. Das nimmt etwa ein Drittel der hier lebenden Bevölkerung für sich in Anspruch.  Trotzdem genießen die römisch-katholische und die evangelischen Kirchen massive Privilegien – auch und gerade im Bildungs- und Hochschulbereich.

BdWi-Forum Wissenschaft 3/2013

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Forum-Titelbild 3/2013 – Bildung und Religion

In Deutschland gibt es keine Staatsreligion, vielmehr garantiert das Grundgesetz die Religionsfreiheit als individuelles Grundrecht. Das schließt die Freiheit, sich keiner Religion zuzuwenden, ein. Letzteres nimmt etwa ein Drittel der hier lebenden Bevölkerung für sich in Anspruch. Unter den religiös Gebundenen besteht eine große Vielfalt der Glaubensrichtungen. Zu den großen christlichen Kirchen bekennt sich nur noch gut die Hälfte der Einwohner_innen der Bundesrepublik, in den neuen Bundesländern ist es nur etwa ein Viertel. Dennoch genießen die römisch-katholische und die evangelischen Kirchen massive Privilegien – auch und gerade im Bildungs- und Hochschulbereich.

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Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Abgesehen davon, dass es private Bildungseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft gibt, die staatlich subventioniert werden, ist es vor allem der christliche Einfluss im öffentlichen Bildungswesen, der hier ins Auge fällt. Ob Religionsunterricht an staatlichen Schulen oder die akademische Ausbildung des kirchlichen Nachwuchses an staatlichen Universitäten: Eine tatsächliche Trennung von Staat und Kirche findet hier nicht statt. Vielmehr erfolgt steuerfinanzierte christliche Glaubensvermittlung statt wissenschaftlicher Forschung und Bildung. Die auf der oben erwähnten, zunehmenden weltanschaulichen Diversität der bundesdeutschen Gesellschaft basierenden unterschiedlichen Interessenlagen führen zwangsläufig zu Konflikten und Auseinandersetzungen. Angesichts dessen wirkt die staatlich-klerikale Verquickung nur noch anachronistisch.

Die Auseinandersetzungen um das Verhältnis von Staat und Religion(en) im Bildungsbereich stehen im Mittelpunkt dieser Ausgabe von Forum Wissenschaft.

Beiträge zum Thema „Bildung und Religion“ in der Ausgabe 3/2013 von „Forum Wissenschaft“:

  • Torsten Bultmann: Kirche in der Schule – wie lange noch?
  • Katharina Mahrt, Heike Wehage: Religionsunterricht im Bundesländervergleich
  • Adeline Duvivier: Bekenntnisschulen als Relikt einer anderen Zeit 
  • Christoph Lammers: Kreationismus auf dem Vormarsch
  • Frieder Otto Wolf: Die Schwierigkeiten der Beschneidungsdebatte 
  • Astrid Papendick: Paradiesisch dank staatlicher Zuwendung 
  • Alexander von Pechmann: Der Streit um die bayerischen „Konkordatslehrstühle“ 
  • Berno Schuckart-Witsch: Warum in Gottes Häusern gestreikt wird 

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